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Frei, frech, feminin: Polnischer Kulturtag im Zeichen der Goldenen Zwanziger

November 2021

Wo man nicht hinsah, schimmerte Seide und Spitze, funkelten Perlen, Strass und Federn an den auffälligen Kleidern vieler anwesenden Damen: Die Goldenen Zwanziger hielten am 12. November 2021 Einzug in die Braunschweiger Dornse.

Schon zum dritten Mal richtete der Deutsch-polnische Hilfsverein POLDEH e.V., der sich seit 2012 bei der Integration polnischer Zuwanderer in die deutsche Gesellschaft in Braunschweig und Region engagiert, seinen alljährlichen Polnischen Kulturtag in den historischen Räumlichkeiten des Altstadtrathauses aus. Den Abend moderierten Malgorzata und Ewa Herfordt, die die eingeladenen Gäste zurück in die Ära der Lebenslust und des Tanzes begleiteten: in die Charleston-Zeit. Insbesondere in musikalischer Hinsicht war der Abend ein außergewöhnliches Erlebnis.  

Nach den Begrüßungsworten seitens POLDEH-Vorstandes und der Stadt Braunschweig eröffneten die TänzerInnen der Braunschweiger Gruppe „Swing-Patrouille” die Veranstaltung mit einer ausgefallenen Performance: Was als Polonaise anmutig begann, endete ausgelassen in Swing – der neuen Musik der 20ger. Die Lindy Hop Choreo Tanzgruppe trat im Verlauf des Abends mehrmals auf und steckte die Gäste jedes Mal mit ihrer fast greifbaren Lust am Tanzen an.

Dass vor allem Musik den Lebenswandel und die etwas freizügigere Moral der Zeit zwischen den Weltkriegen symbolisiert, bewies Frau Barbara Droździńska, die die polnischen Schlager der 20ger und 30ger an diesem Abend performte, darunter: „Ada to nie wypada”, „Sex appeal”, „Zimny drań”, die unsterbliche Hanka Ordonowna mit “Miłość Ci wszystko wybaczy” und „To ostatnia niedziela“. All diese Hits hörten wir in Interpretation einer der prominentesten Sängerinnen des russischen, weißrussischen und ukrainischen Repertoires in Polen: Frau Barbara reiste an diesem Tag extra aus ihrer Heimatstadt Łódź an und war, wie sie später selber zugab, vom herzlichen Empfang der Braunschweiger Polonia besonders ergriffen.

Zum Rahmenprogramm gehörte auch die Reihe „Meine Stadt“. Die Reise ging dieses Jahr nach Łódź (Lodsch / Lodz). Katarzyna Moser, die mit der Stadt eng verbunden ist, lud die Besucher zu einer virtuellen Stadtreise ein. In die Präsentation wurden die Gäste musikalisch eingestimmt: Frau Barbara interpretierte das bekannte polnische Lied „Prząśniczki”, das seit 1998 als Hejnał (Warnruf) von Łódź gilt. Am Klavier wurde die Sängerin von Frau Claudia Bigos begleitet, die wir in unseren Polonia Kreisen schon seit Jahren als passionierte und engagierte Musikerin und Dozentin kennen und schätzen. Frau Claudia ließ nach der Präsentation noch ein weniger bekanntes Klavierstück von Grażyna Bacewicz aufleben – einer polnischen Komponistin aus Łódź.

In der Reihe der MusikerInnen des Abends fehlten auch nicht POLDEHs junge Talente: Das Spiel des elfjährigen Alex Renkwitz am Klavier, begleitet von seiner Lehrerin Frau Claudia, erfreute die Herzen nicht nur seiner anwesenden Eltern, sondern begeisterte auch das Publikum und wurde mit viel Applaus belohnt.

Als das Programm offiziell zu Ende ging, gab es noch Blumen für alle KünstlerInnen und für die Organisatoren der Veranstaltung, jede Menge Fotos und anschließend eine recht ausgelassene Stimmung beim Buffet.

 

Wir danken allen Besuchern des Polnischen Kulturtages für ihr Kommen – und auch all den wunderbaren Menschen, die tatkräftig und selbstlos geholfen haben, einen unvergesslichen, kurzweiligen Abend auf die Beine zu stellen. Herzlichen Dank an Förderer und Sponsoren, und an alle KünstlerInnen.

 

Danke für diese wunderschöne musikalisch-tänzerische Erzählung über eine Epoche, die bis heute Menschen weltweit fasziniert. Auch wenn sie besonders für Polen zu einer Art Utopie wurde, verbunden mit erfüllten und auch enttäuschten Hoffnungen, mit Lebenslust und mit Nostalgie, kehren wir dennoch immer wieder gerne zu ihr zurück. 


Ferienbetreuung brachte Kindern viel Freude - Radio Okerwelle berichtet darüber

August 2021

Die weitere Ferienwoche ist nun zu Ende und somit auch leider unsere Ferienbetreuung. Gemeinsam mit Kindern von der 1. bis zur 8. Klasse haben wir spannende Tage erlebt. Neben spielerischen und sportlichen Aktivitäten, haben die Kinder ihre künstlerische Ader ausleben können. Abstrakte Bilder auf Leinwänden mit verschiedenen Techniken gestalten, Holzkisten bemalen und bekleben oder Halsketten aus diversen Materialien erstellen, waren Programm. Highlight der Woche war auf jeden Fall der Zoo Besuch in Braunschweig. Es hat uns...

Falls ihr von den Kindern hören wollt, wie es Ihnen gefallen hat, was alles auf dem Programm stand und was die Ziele der Aktion waren, hört euch den Beitrag  im Radio Okerwelle an.

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Ministerpräsident Weil würdigt unseren ehrenamtlichen Einsatz

Januar 2021 - Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil hat im Rahmen des Wettbewerbs "unbezahlbar und freiwillig - Der Niedersachsenpreis für Bürgerengagement 2020" Poldeh e.V. für sein ehrenamtliches Engagement geehrt.



Ein Öko-Kunstprojekt für Kinder und Jugendliche in Kooperation mit DALI e.V.

"Meine Kleidung mache ich mir selber"

Projektdauer: 01.05.2021 - 30.06.2022

 

Ein genialer DDR-Dramatiker, Heiner Müller, meinte: so lange Menschen kein Gattungsbewusstsein entwickeln, seien sie nicht zu retten. Wenn jeder Mensch auf der Erde wie ein durchschnittlicher Deutscher oder Pole leben würde, bräuchten wir ein paar Planeten. Solange wir es nicht verstehen werden, dass wir als eine globale Gesellschaft auf Dauer so nicht funktionieren können, bereiten wir unseren Kindern, Enkeln und Urenkeln eine nicht besonders schöne Zukunft vor. Umso mehr freut uns, dass Ende Mai unser Projekt „Meine Kleider mache ich mir selber“ startete. Wir führen es in Kooperation mit Dali e.V. Dabei lernen Jugendliche Kleidung nähen und sie so gestalten, um ihre Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Auch alten Kleidungsstücken wird ein neues Leben eingehaucht, aber vor allem geht es darum, den Kindern das ökologische Denken

beizubringen (es wird z.B. eine Reise zum Alfred-Wegener-Institut geplant, wo die Teilnehmer ihren ökologischen Fußabdruck berechnen können).

All dies, damit die junge Generation unseren Planeten besser schützt als wir es bisher getan haben. Im Herbst wird die Autorin des Projekts ihre Kleider gemeinsam mit Jugendlichen bemalen, denn ein modischer und interessanter Look muss nicht Einkäufe jede Saison bedeuten;)



Freiheitsbegriff in verschiedenen Kulturkreisen

Projektdauer: 01.01.2021-30.06.2022

 

Was bedeutet für Dich der Begriff „Freiheit“?

Wann und wo fühlst Du Dich frei?

Bedeutet ein Leben in einer Demokratie, dass man frei ist?

Ist Demokratie für immer gegeben?

 

In einer Serie von Projekten untersucht Sophie Delest, wie der Freiheits- und Demokratiebegriff in verschiedenen Kulturkreisen wahrgenommen wird und mit welchen Erwartungen diesbezüglich Migranten nach Deutschland kommen. Haben Sie dann eine ähnliche Vorstellung davon, was eine Demokratie sein soll, wie ihre Gastgeber? Wenn wir sogar in einer Demokratie leben wollen, erfüllt ihre jetzige Form unsere Erwartungen?

Die Serie der Diskussionen, Theater- und Kunstworkshops soll eine Art des künstlerischen Labors sein, das die oben gestellten Fragen unter die Lupe nimmt. Die Ergebnisse dieser Analyse werden in einem Theaterstück gezeigt.